zurück

Von Aalen, löchrigen Kähnen und Heidelbeersecco - Dankeschön-Fahrt ans Steinhuder Meer

17.09.17 Mitte September kamen die Landfrauen aus Kakerbeck und Suderwittingen sowie das Vorstandsteam samt Ortsvertrauensfrauen in den Genuss einer liebgewonnenen Tradition: Als Lohn für die viele Arbeit für den Klön-Nachmittag brachen sie an einem stürmischen Herbstmittwoch zur „Dankeschönfahrt“ ans Steinhuder Meer auf.

Im warmen und trockenen Bus – mit dem gut gelaunten Ralf Klingenberg am Steuer – ging es durch den Regen Richtung Hannover. In Steinhude angekommen, mussten erstmal alle ihre körperliche Fitness beweisen und durch die kaputte Absperrung ins öffentliche WC krabbeln. Nachdem das geschafft war, begann die Ortsführung durch Steinhude.

Zwei traditionell gewandete Damen führten mit launigem Humor in die Geschichte des Ortes und der Festung Wilhelmstein ein, während ihnen die Worte von stürmischen Böen immer wieder von den Lippen geweht wurden. Nach einem kurzen Spaziergang gab es in einer Fischräucherei interessante Anekdoten zum Aal und seinen anstrengenden Fortpflanzungsbemühungen, zu Kähnen mit Löchern, in denen Fischfang in Wasser frisch gehalten wurde, und zum übel riechenden „Brassenschlag“ – einem Ritual, mit dem Menschen, die das wollen, zu „echten Steinhudern“ werden. Anschließend gab es für jeden ein Schnittchen mit geräuchertem Aal – köstlich!

Der Spaziergang durch Steinhude führte ins Ortszentrum, zum Gebäude der Weberinnung, zum Festplatz mit liebevoll hergerichteten kleinen Scheunen – darunter die Naturpark-Info –, zum Insektenmuseum – ehemals Schlammbadeanstalt –, in den Kurpark und zur riesigen Kastenmangel im historischen Fachwerkhaus. Dort wird mit viel Liebe die Kastenmangel – beschwert mit Steinen mit mehreren Tonnen Gewicht für bis zu hundert Meter Stoff! – erhalten und gelegentlich sogar betrieben. Es gibt Geschichten zum Flachs, zum Mangeln und zu hochkomplizierter Webtechnik. Die Landfrauen erfuhren hier, wie die Muster in die Tischdecke und andere Wäsche kamen – mit millimetergenauen Zeichnungen und extra danach angefertigten Lochkarten, durch die lange Nadeln das Muster in die Textilien stießen. Unglaublich aufwändig, unfassbar komplex – mit fantastischen Ergebnissen.

Den Kopf voll mit Geschichten ging es weiter zum Mittagessen im „Glassaal“ der Strandterrassen. Zum Essen gab es einen herrlichen Blick auf die raue „See“. Nach der Pause und ein bisschen freier Zeit fuhr der Bus wieder ab mit dem Ziel: Heidelbeerplantage Rieke bei Nienburg, wo es Kaffee und – na klar – riesige Tortenstücke gab. Eine kleine Wein- und Seccoverkostung im Hofladen rundete den Besuch auf dem Obsthof ab.

Während der Rückfahrt riss draußen der Himmel auf und die Sonne schien. Ein wettertechnisch versöhnlicher Abschluss für einen schönen Tag unterwegs mit den Landfrauen.